Eine Reihe ist konvergent, wenn die Folge ihrer Partialsummen gegen einen endlichen Grenzwert konvergiert.
Formelle Definition
Gegeben sei eine Reihe ∑k=1∞ak. Wir definieren die Folge der Partialsummen (SN)N∈N als:
SN=k=1∑Nak=a1+a2+⋯+aN
Die Reihe ∑k=1∞ak ist konvergent, wenn die Folge ihrer Partialsummen (SN)N∈N gegen einen endlichen Grenzwert S∈R konvergiert. Das heißt,
N→∞limSN=S
Wenn dieser Grenzwert existiert, nennen wir S den Wert der Reihe. Existiert dieser Grenzwert nicht, so ist die Reihe divergent.
Notwendiges Kriterium für Konvergenz
Wenn eine Reihe ∑k=1∞ak konvergiert, dann muss die Folge ihrer Glieder gegen Null konvergieren, d.h., limk→∞ak=0. Beachte, dass die Umkehrung nicht gilt (siehe Beispiel der harmonischen Reihe).
Beispiele
- Geometrische Reihe: Die Reihe ∑k=0∞qk=1+q+q2+… konvergiert genau dann, wenn $|q| < 1$. In diesem Fall ist der Grenzwert $S = \frac{1}{1-q}$.
$$
\sum_{k=0}^{\infty} \left(\frac{1}{2}\right)^k = 1 + \frac{1}{2} + \frac{1}{4} + \dots = 2
$$
Die Partialsummenfolge ist $S_N = \frac{1 - q^{N+1}}{1-q}$. Für $|q|< 1$ gilt $\lim_{N \to \infty} q^{N+1} = 0$, also $\lim_{N \to \infty} S_N = \frac{1}{1-q}$.
- Harmonische Reihe: Die Reihe ∑k=1∞k1=1+21+31+… ist divergent. Obwohl ihre Glieder ak=k1 gegen Null konvergieren (limk→∞k1=0), konvergiert die Folge ihrer Partialsummen nicht.